Vertikaler Garten
© Bauatelier Metzler
Mehrfamilienhaus, Schwalbenweg 2, Weinfelden
| Bauherrschaft | Familie Ines Gamboni und Martin Müller | | — | — | | Architektur | Bauatelier Metzler GmbH, Rheinstrasse 10,8500 Frauenfeld | | Baujahr | 2017 | | Merkmale Gebäude | Gebäudeauskragungen horizontal und vertical | | Merkmale Aussenraum | Bäume, Hecken, Sträucher und diverse Kletterpflanzen | | Merkmale Kühlung | Nachtauskühlung über Fenster und Lüftungsanlage |
Auskragungen Das Mehrgenerationenhaus ist nach Minergie- P-ECO zertifiziert. Die mit unbehandelten Fichtenbrettern verschalte Fassade umschliesst drei Wohneinheiten. Das Erdgeschoss ist fürs Wohnen im Alter organisiert. Ein aussen liegendes, unbeheiztes Treppenhaus führt ins erste Obergeschoss. Der Laubengang erschliesst ein ökonomisch organisiertes Einzimmerappartement – ideal für Studierende – und die grosszügige, zweigeschossige Familienwohnung. Auf der Eingangsetage sind drei Schlafzimmer und ein Bad platziert. Eine innen liegende Treppe führt in das 2. Obergeschoss. Dort befinden sich die offene Küche mit vorgelagertem Essplatz und das Wohnzimmer.
Auskragungen Das Mehrgenerationenhaus ist nach Minergie-
Die überdachte Terrasse verbindet diese Bereiche miteinander. Mit 1.10 m Tiefe sind die vertikal und horizontal verlaufenden Gebäudeauskratenbrettern verschalte Fassade umschliesst gungen so geplant, dass sie die Wintersonne in drei Wohneinheiten. Das Erdgeschoss ist fürs die Räume scheinen lassen und die Sommersonne zu grossen Teilen davon abhalten. So des, unbeheiztes Treppenhaus führt ins erste sind der sommerliche und der winterliche Wär- Obergeschoss. Der Laubengang erschliesst ein meschutz optimiert. Diese Gebäudeauskragungen strukturieren die Fassaden und fassen den streng formulierten Kubus. Die Westfassade zügige, zweigeschossige Familienwohnung. Auf wird dominiert vom aussen liegenden Treppender Eingangsetage sind drei Schlafzimmer und aufgang. Deshalb und zur Wahrung der Privatein Bad platziert. Eine innen liegende Treppe sphäre gegenüber der Nachbarschaft sind hier führt in das 2. Obergeschoss. Dort befinden sich keine Fenster verbaut. Im 2. Obergeschoss verdie offene Küche mit vorgelagertem Essplatz sorgen drei Oblichter den dahinter liegenden Wohnraum mit ausreichend Tageslicht.
Vertikaler Garten Ein feines Metallgitter umschliesst den Holzku-
Ein feines Metallgitter umschliesst den Holzkubus. Daran wachsen verschiedene Kletterpflanzen empor. Sie brauchen weitere Kletterhilfen entlang der Aussenwände im Erdgeschoss und unter den Auskragungen bis zum Metallgitter. Zu Beginn mussten die Pflanzen ins Gitter geflochten werden. Alle Pflanzen wachsen aus dem Boden und wurden je nach Exposition und Anforderungen speziell ausgesucht. Vor den meisten Fenstern ist das Gitter geöffnet und lässt den Blick frei auf die Aussenräume.
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Nachtauskühlung Die Wärme, die sich tagsüber im Gebäude an-
Ab März bis im Oktober blüht immer mindestens eine Pflanzenart. Clematis im Südwesten, Rosen im Südosten, Kiwibeeren im Südwesten, Reben im Südwesten und Südosten und die Trompetenblume ebenfalls im Südwesten haben sich alle über die Jahre prächtig entwickelt.
Das ist aber nicht überall gelungen. An der Fassade gegen Nordosten wächst heute die Pfeifenwinde als immergrüne Kletterpflanze. Beim Bau wurde Efeu gesetzt. Der hat sich nicht bewährt, da er vor und hinter der Holzverkleidung hochwuchs und die anderen Pflanzen bedrängte. Und an der Südecke ist es im Sommer sehr heiss, deswegen sind dort einige Pflanzen eingegangen. Zurzeit ist die Familie Gamboni/Müller auf der Suche nach geeignetem Ersatz. Nicht alle Pflanzen sind unseren klimatischen Bedingungen über die vier Jahreszeiten gewachsen.
die kühle Nachtluft direkt über die Zuluftrohre ins Gebäude strömen, die Wärme aufnehmen und sanft abführen. Diese Art der Nachtauskühlung hat gegenüber der Fensterlüftung Vorteile:
⬛ Die geschlossenen Fenster schützen vor Aussenlärm, Regen und Wind.
⬛ Die Aussenluft wird gefiltert.
⬛ Es entsteht keine Zugluft.
⬛ Ist die Aussenluft zu kalt, schaltet die Wärmerückgewinnung der Lüftung wieder ein.
Dieser Sommer-Bypass im Lüftungsgerät reicht in diesem Gebäude nicht immer, um genügend Wärme abzuführen. Darum öffnen die Bewohnerinnen und Bewohner nachts bei Bedarf auch die Fenster, im EG hinter schräg gestellten Storen.
Der grosse Balkon im 2. Obergeschoss hat ein ² Oblicht von 1 m Fläche. Bei hohen Temperaturen staut sich die Wärme unter dem Dach. Dann öffnet die Familie das Oblicht und die Wärme kann nach oben entweichen.
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Das Infoblatt «Gut bauen und begrünen statt kühlen» beschreibt den erweiterten sommerlichen Wärmeschutz nach dem St. Galler Energiekonzept 2021–2030. Die Energieagentur St. Gallen publiziert dazu in loser Folge Referenzobjekte, an denen die Massnahmen vorbildlich in die Praxis umgesetzt worden sind. www.energieagentur-sg.ch/publikationen
Infoblatt und Referenzobjekte Das Infoblatt «Gut bauen und begrünen