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Referenzobjekt zum erweiterten sommerlichen Wärmeschutz

Wohlfühloase in begrünter Umgebung

© Habilon \[Image: Im0\]

Cunzstrasse 18–33, St. Gallen

| Bauherrschaft | Genossenschaft Habilon c/o UNIKUM Immobilien GmbH, Lustmühle | | — | — | | Architektur | Monard+Sigrist, Architekten SIA, St. Gallen | | Baujahr | 1991-1992 | | Merkmale Gebäude | Gebäudeauskragungen und Klappladen aus Holz | | Merkmale Aussenraum | Vorgärten,Hinterhofgärten,Kletterpflanzen | | Merkmale Kühlung | Manuelle Fensteröffnungen |

«Immer stärker macht sich beim modernen Stadtbewohner das Bedürfnis nach einem ausserhalb des lärmenden Geschäftsbetriebs gelegenen loge den Buchtitel als Liebe zum Leben. In seiner Heims geltend. Immer mehr wächst das Verlangen nach Luft, Licht, Sonne und einem freien Stück Natur. Genossenschaftliche Vereinigungen verhelfen Leuten mit wenig oder keinem Vermögen zu gesunden und angenehmen Wohnverhältnissen.»

sons Buch Biophilia aus dem Jahr 1984 gewesen sein. Darin übersetzt der amerikanische Soziobiodes lärmenden Geschäftsbetriebs gelegenen loge den Buchtitel als Liebe zum Leben. In seiner Hypothese erklärt er, warum Menschen sich zur Natur hingezogen fühlen und sich um die Umwelt kümmern. Im Wesentlichen geht es um die positive oder gar heilende Wirkung der Natur auf das menschliche Wohlbefinden.

Die Gebäude Je zwei gegenüberliegende Gebäuderiegel fol-

Die Gebäude Je zwei gegenüberliegende Gebäuderiegel folgen der Cunzstrasse in Ost-Nord-Ost und West- Süd-West-Richtung. Wobei die Cunzstrasse als verkehrsfreier Gassenraum für die Erschliessung funktioniert. Die Architekten berücksichtigten gekonnt die Rolle des Lichts im Tagesverlauf. Unterschiedliche Vor- und Rücksprünge in den Ost- und Westfassaden der Bauten dienen als natürlicher Sonnenschutz und verhindern insbesondere bei hochstehender Sommersonne, dass zu viel Licht

und Wärme direkt auf die Fensterflächen trifft.

Doch speziell in den obersten Etagen ist der sommerliche Wärmeschutz nach heutigen Massstäben herausfordernd. Die thermische Qualität der Wohnräume ist bei grosser Sonneneinstrahlung eher schlecht, weil Storen und Läden weitgehend fehlen und die Fenster doch recht gross sind. Die Pflanzen auf den Balkonen können da wenig bewirken.

Die Überbauung zeichnet sich durch eine weitläufige Begrünung aus. Sie verbessert die Feuchtigkeit und Temperatur des städtischen Mikroklimas im Sommer auf bemerkenswerte Weise. Pflanzen haben eine deutlich messbare Kühlleistung. An den Gebäuden beschatten sie die Fassaden und verhindern, dass sich die Hülle am Tag übermässig aufheizt. Zweites senken sie die Umgebungstemperatur, indem sie Wasser verdunsten. Beides zusammen hilft bei der natürlichen Nachtabkühlung der Wohnräume und verbessert das Wohlbefinden der Bewohnenden.

Die Fassadenbegrünung Die Überbauung zeichnet sich durch eine weitläu-

Die Aussenräume Im Gegensatz zu unbelebten Oberflächen wie As-

Im Gegensatz zu unbelebten Oberflächen wie Asphalt oder Kies, die viel Hitze speichern, bietet die grossflächige und reichhaltige Begrünung unterschiedliche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und fördert das soziale Miteinander. Dazu zählen öffentliche, halböffentliche und private Aussenräume. Im Gemeinschaftsgarten haben die Bewohnerinnen und Bewohner auch die Möglichkeit, aktiv zu gärtnern und die Biodiversität individuell mitzugestalten.

Auch mit all diesen offensichtlichen und subtilen Mehrwerten, die eine Wohlfühloase in begrünter Umgebung bringt. Nicht ausgeblendet werden sollte der notwendige Pflegeaufwand und die damit verbundenen Kosten. So weist der Präsident der Genossenschaft darauf hin, dass ein regelmässiger Rückschnitt notwendig ist, damit die Begrü- nung die Gebäudehülle nicht beschädigen kann, und dass diese Pflegemassnahmen erhebliche, wiederkehrende Kosten verursachen. «Aber ja, man kann es drehen und wenden, wie man

«Aber ja, man kann es drehen und wenden, wie man will: Im Sommer ist die Cunzstrasse sicher eine der interessanteren und schöneren Quartierstrassen der Stadt.»

Das Infoblatt «Gut bauen und begrünen statt kühlen» beschreibt den erweiterten sommerlichen Wärmeschutz nach dem St. Galler Energiekonzept 2021–2030. Die Energieagentur St. Gallen publiziert dazu in loser Folge Referenzobjekte, an denen die Massnahmen vorbildlich in die Praxis umgesetzt worden sind. www.energieagentur-sg.ch/publikationen

Infoblatt und Referenzobjekte Das Infoblatt «Gut bauen und begrünen statt